Stadtwerke stehen in der Energiewirtschaft vor besonderen Herausforderungen. Als regionale Versorger müssen sie die Energiewende vor Ort umsetzen und gleichzeitig eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Versorgung gewährleisten. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die Integration dezentraler Erzeugungsanlagen und der Aufbau intelligenter Netze erfordern erhebliche Investitionen – oft bei begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen. Zudem steigt der Druck, digitale Lösungen einzuführen, um Prozesse zu optimieren und Kunden neue Services zu bieten. Hinzu kommen regulatorische Anforderungen und sich verändernde Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an Transparenz, Klimaschutz und Partizipation. Stadtwerke müssen sich daher zunehmend als agile, technologieoffene Akteure im lokalen Energiesystem neu erfinden.

Demografischer Wandel
Der demographische Wandel beschreibt die langfristige Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung, insbesondere in Industrieländern wie Deutschland.
Kennzeichnend sind sinkende Geburtenraten, eine steigende Lebenserwartung und ein wachsender Anteil älterer Menschen. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter. Insgesamt steht die Energiewirtschaft vor der Herausforderung, den demographischen Wandel aktiv zu gestalten, um die notwendigen Fachkräfte zu gewinnen, die Belegschaften altersgerecht zu führen und gleichzeitig die technologische Transformation voranzutreiben. Nur durch eine umfassende Anpassung der Arbeitsmarktstrategien und eine stärkere Förderung der Aus- und Weiterbildung kann die Branche auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.
Energiewende

Die Energiewende bezeichnet den grundlegenden Umbau des Energiesystems hin zu einer klimafreundlichen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung – weg von fossilen und nuklearen hin zu erneuerbaren Energieträgern wie Wind- und Solarenergie.
Zu den zentralen Herausforderungen gehören der Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten, die Anpassung und Digitalisierung der Netzinfrastruktur sowie die Gewährleistung von Versorgungssicherheit trotz wetterabhängiger Einspeisung. Gleichzeitig müssen Speicherlösungen, Sektorkopplung und flexible Verbrauchsmodelle weiterentwickelt werden. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, komplexe Genehmigungsprozesse und der Fachkräftemangel stellen Hindernisse für eine erfolgreiche Umsetzung da

Regulatorik und Formatwechsel
Die Regulatorik in der deutschen Energiewirtschaft ist geprägt von einem komplexen Geflecht aus EU-Vorgaben, nationalen Gesetzen und Verordnungen. Ziel ist es, einen fairen Wettbewerb zu sichern, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern und die Energiewende sozial verträglich umzusetzen.
Zentrale Instrumente sind unter anderem das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie zahlreiche Vorgaben der Bundesnetzagentur. Die Herausforderungen liegen in der hohen Dynamik regulatorischer Änderungen, dem erheblichen administrativen Aufwand und der Notwendigkeit, technische und wirtschaftliche Prozesse kontinuierlich anzupassen. Besonders für kleinere Versorger wie Stadtwerke bedeutet dies einen hohen Ressourcen- und Anpassungsdruck.
SAP S/4HANA Transformation

Bis 2027 müssen Stadtwerke im Rahmen der SAP-Strategie von der bisherigen ERP-Lösung auf SAP S/4HANA umsteigen. Dieser Wechsel ist weit mehr als ein technisches Update – er bedeutet eine grundlegende Transformation der IT-Landschaft und Geschäftsprozesse.
Der Umstieg erfordert eine detaillierte Bestandsaufnahme bestehender Systeme, die Migration von Daten, die Anpassung oder Neugestaltung von Prozessen sowie intensive Tests und Schulungen. Herausforderungen sind dabei vor allem die Komplexität der Energiewirtschaft mit zahlreichen Schnittstellen und regulatorischen Anforderungen, begrenzte interne Ressourcen, sowie enge Zeit- und Budgetvorgaben. Zudem muss der laufende Betrieb während der Umstellung sichergestellt bleiben. Eine frühzeitige Planung und enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern sind entscheidend für den Erfolg.
